Wovon hängt der Preis von Gesichtsimplantaten ab?
Ein Kostenvoranschlag für Gesichtsimplantate ist keine Pauschale für „Gesichtschirurgie“. Er setzt sich aus einigen getrennten Entscheidungen zusammen, und wer jede davon versteht, kann zwei Angebote miteinander vergleichen.
An erster Stelle stehen die behandelten Zonen. Ein einzelnes Kinnimplantat ist ein kürzerer und einfacherer Eingriff als Wangen-, Kinn- und Kieferwinkelimplantate in einer Operation; die Dauer im Operationssaal reicht entsprechend von unter einer Stunde bis zu etwa drei Stunden. Danach folgen Material und Bauform: festes Silikon, poröses Polyethylen oder ein individuelles Implantat, das nach einem dreidimensionalen Scan Ihres eigenen Knochens gefertigt wird. Auch Rahmen und Anästhesie spielen eine Rolle, denn eine Sedierung mit lokaler Betäubung in einem Tageschirurgie-Operationssaal kostet weniger als eine Vollnarkose in einem Krankenhaus mit anschließender Überwachung.
Hinzu kommt, wer operiert. Knochenchirurgie ist eine andere Fähigkeit als Weichteilchirurgie, und eine Mund-Kiefer-Gesichtschirurgin oder ein Facharzt für Plastische Chirurgie, der regelmäßig Implantate einsetzt, bringt Urteilsvermögen bei der Größenwahl und Fixierungstechnik mit, die direkt beeinflussen, ob später eine Revisionsoperation nötig wird. Schließlich kann das Paket rund um die Operation, also Hotelnächte, Transfers, Patientenkoordinator und Nachsorge, gebündelt oder getrennt berechnet werden. Zwei Kostenvoranschläge sind deshalb erst vergleichbar, wenn beide aufgeschlüsselt sind.