Zu Beginn: Ein eingerissenes Ohrläppchen heilt nicht von selbst
Die meisten Einrisse entstehen schleichend und nicht plötzlich. Ein Ohrloch, in dem schwere Ohrringe oder Creolen getragen werden, dehnt sich über Monate oder Jahre langsam nach unten aus, bis nur noch eine dünne Gewebebrücke bleibt, die dann bei einem kleinen Zug reißt. Sobald die Wundränder getrennt voneinander verheilt sind, ist jede Seite mit Haut bedeckt, und die beiden Ränder können nicht mehr von selbst zusammenwachsen.
Für die Rekonstruktion müssen die verheilten Ränder bis auf rohes Gewebe angefrischt werden, damit sie sauber verwachsen können. Deshalb ist sie ein echter chirurgischer Eingriff und lässt sich nicht einfach mit einem Pflaster verschließen oder der Selbstheilung überlassen. Wer das vor dem ersten Beratungsgespräch klar versteht, erspart sich die Enttäuschung, oft erst Jahre später festzustellen, dass die Zeit allein ein längst eingerissenes Ohrläppchen nie wieder in Ordnung bringt.