Ein großer Eingriff und kein umfangreicher Schönheitseingriff: Was das konkret bedeutet
Die Unterkörperstraffung hat eine der höchsten Komplikationsraten aller Operationen der Plastischen Chirurgie. Patientinnen und Patienten verdienen es, dass dies klar ausgesprochen und nicht in einer langen Liste kleinerer Risiken versteckt wird. Eine umlaufende Wunde bei einer Patientin oder einem Patienten nach Gewichtsverlust ist lang, steht auf ihrer gesamten Länge unter Spannung und verläuft durch Haut, deren Qualität durch Dehnung und anschließendes Erschlaffen tatsächlich geschädigt wurde. Eine Wundheilungsstörung an irgendeiner Stelle ist die Regel und nicht die Ausnahme, besonders am Rücken, wo das Sitzen die Naht unmittelbar belastet.
Der zweite Punkt ist ebenso wichtig: Die Unterkörperstraffung ist ein großer Eingriff mit echter körperlicher Belastung und nicht einfach ein umfangreicher Schönheitseingriff. Vier bis sechs Stunden Narkose, ausgedehntes Präparieren, spürbarer Blutverlust und eine sehr große Wundfläche stellen sie in eine andere Kategorie als die Bauchdeckenstraffung. Sie gehört in ein Krankenhaus mit angemessener Überwachung und der Möglichkeit zur Transfusion, falls nötig. Die Vorbereitung ist ebenso wichtig wie die Operation: ein stabiles Gewicht über 6 bis 12 Monate, ausgeglichene Blutarmut und ein ausgeglichener Eiweißmangel sowie Nikotinverzicht. Chirurginnen und Chirurgen, die bei Raucherinnen und Rauchern nicht operieren oder zuerst Blutuntersuchungen verlangen, schützen Sie vor den Komplikationen, die gerade dieser Eingriff hervorrufen kann.