Was ist DHI genau, und wie unterscheidet sie sich von der FUE?
Beide Verfahren beginnen auf die gleiche Weise. Die Grafts werden unter örtlicher Betäubung mit einem feinen Punch einzeln, Haarfollikel für Haarfollikel, am Hinterkopf und an den Seiten der Kopfhaut entnommen. In dieser Entnahmephase unterscheiden sich DHI und FUE in nichts. Wenn eine Klinik behauptet, die DHI hinterlasse keine Spuren im Spenderareal, die FUE dagegen schon, beschreibt sie damit die Größe des Punchs und nicht das Verfahren.
Der Unterschied liegt in der Einsetzung. Bei der klassischen FUE legt der Operateur zunächst alle Empfängerkanäle mit einer feinen Klinge oder Nadel an und bestimmt dabei Winkel, Richtung und Dichte für das gesamte Areal; anschließend setzt das Team die Grafts mit einer Pinzette in diese vorbereiteten Kanäle ein. Bei der DHI wird jedes Graft in einen hohlen Implanter-Stift geladen, und der Stift erzeugt den Kanal und setzt das Graft in einer einzigen Bewegung ein.
Was Sie dadurch gewinnen. Jedes Graft verbringt weniger Zeit außerhalb des Körpers, was theoretisch das Anwachsen begünstigt, auch wenn gute FUE-Kliniken die Zeit außerhalb des Körpers ebenfalls kurz halten. Winkel und Richtung jedes einzelnen Haars werden im Moment der Einsetzung festgelegt. Das ermöglicht eine sehr feine Steuerung, die besonders an der Haarlinie wertvoll ist, wo die Haare fast flach und in wechselnden Richtungen austreten müssen. Die Grafts lassen sich sehr dicht nebeneinander setzen, ohne benachbarte Haare zu stören; auf kleiner Fläche ist daher eine hohe Dichte erreichbar. Und weil keine Kanäle vorab angelegt werden, blutet es weniger, und das Empfängerareal muss nicht rasiert werden, sodass vorhandenes Haar lang bleiben kann.
Was Sie dafür in Kauf nehmen. Zeit: Einen Stift Graft für Graft zu laden und auszulösen dauert länger, als wenn ein Team in vorbereitete Kanäle einsetzt. DHI-Sitzungen sind deshalb länger, und Kliniken begrenzen sie meist auf etwa zweitausend bis zweieinhalbtausend Grafts. Preis: Die Stifte arbeiten mit Einwegnadeln, der Eingriff dauert länger, und pro Stunde ist mehr Personal beteiligt. Außerdem sieht der Operateur das gesamte Konzept nicht als fertiges Kanalmuster vor sich, bevor die Grafts eingesetzt werden, was manche Operateure bei großen Behandlungen als Nachteil betrachten.
Keines der beiden Verfahren ist abstrakt betrachtet besser. Ein hervorragendes FUE-Ergebnis schlägt ein mittelmäßiges DHI-Ergebnis jedes Mal, und was Ihr Ergebnis tatsächlich bestimmt, sind die Hände, die die Arbeit ausführen, und nicht das Kürzel in der Broschüre.