Welche eine Regel verhindert die Todesfälle?
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Der Mechanismus. Das Fett wird über eine Kanüle ins Gesäß eingespritzt. Im Gesäßbereich liegen innerhalb und unterhalb des Muskels große, dünnwandige Venen. Befindet sich die Kanülenspitze beim Einbringen des Fetts unter Druck im oder unter dem Muskel, kann Fett in eine dieser Venen gelangen, über das Venensystem zu Herz und Lunge wandern und den Blutfluss in der Lunge blockieren. Dies ist eine makroskopische Lungenfettembolie, die innerhalb von Minuten bis Stunden tödlich enden kann.
Warum gerade diese Operation. Nirgendwo sonst in der ästhetischen Chirurgie wird Fett in Litermengen unmittelbar neben Venen dieser Größe eingespritzt.
Das Ausmaß. Befragungen unter Chirurginnen und Chirurgen, die Fetttransplantationen ins Gesäß durchführen, ergaben eine Sterblichkeit, die weit über der jedes anderen ästhetischen Eingriffs liegt – so hoch, dass Fachgesellschaften dringende Warnhinweise herausgaben und einige Länder den Eingriff einschränkten.
Die Regel. Spritzen Sie ausschließlich in die Unterhautschicht, also das Fett oberhalb des Muskels. Niemals in den Muskel und niemals darunter. Gelangt die Kanüle nie in die Tiefe, existiert der Mechanismus nicht.
Die ergänzenden Maßnahmen, alle aus den Empfehlungen der Fachgesellschaften. Eine großlumige stumpfe Kanüle statt einer kleinen scharfen, weil eine stumpfe Spitze seltener in eine Vene eindringt. Die Kanüle durchgehend nach oben, von tiefen Strukturen weg, ausgerichtet. Die Operateurin oder der Operateur kennt die Position der Kanülenspitze jederzeit, was in der Praxis bedeutet, sie zu fühlen oder zu sehen. Übermäßige Volumina werden vermieden, denn Druck und der Wunsch, mehr unterzubringen, schieben die Kanüle beide tiefer. Und die Ultraschallkontrolle, mit der die Chirurgin oder der Chirurg sieht, in welcher Schicht die Kanüle liegt, statt es nach Gefühl zu vermuten.
Was der Ultraschall verändert. Studienreihen mit Echtzeit-Ultraschallkontrolle berichten keine Todesfälle durch Fettembolie. Sie ist die wirksamste einzelne Schutzmaßnahme, die zur Verfügung steht.
Die Behauptung, die Sie ablehnen sollten. „Die Injektion in den Muskel sorgt für ein besseres Anwachsen des Fetts.“ Welche Vorzüge das für das Anwachsen auch haben mag: Es ist der Mechanismus, durch den Patientinnen und Patienten gestorben sind, und die Fachgesellschaften raten ausdrücklich davon ab.
Was das für die Wahl der Klinik bedeutet. Preis, versprochenes Volumen und Anzahl der abgesaugten Areale sind nicht die entscheidenden Größen. Zwei Fragen sind es: Spritzen Sie nur oberhalb des Muskels, und setzen Sie Ultraschall ein? Stellen Sie diese Fragen zuerst, lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben und werten Sie Ausweichen als ein Nein.
Hohe Fallzahlen sind kein Schutz. Eine stark ausgelastete Klinik, die in den Muskel spritzt, führt schlicht häufig die gefährliche Variante durch.



