Was bewirkt die Operation, und wie sieht ein gutes Ergebnis aus?
Zuerst die Anatomie. Bei einem Lid mit natürlicher Lidfalte setzen Fasern des Muskels, der das Augenlid hebt, in einer festen Höhe an der Haut an, sodass sich die Haut beim Öffnen des Auges dort faltet. Bei einem Lid ohne Falte setzen diese Fasern tiefer oder gar nicht an, und das Lid trägt oft mehr Fett und eine dickere Schicht unter der Haut, sodass sich keine Falte bildet. Viele asiatische Lider haben zudem eine Epikanthusfalte, eine kleine Hautbrücke am inneren Augenwinkel. Sie ist ein normales Merkmal und kein Makel.
Die Operation schafft einen Fixpunkt. Über einen Schnitt oder über versenkte Nähte wird die Haut in einer gewählten Höhe mit den tieferen Strukturen verbunden, sodass sich beim Öffnen des Auges eine Falte bildet. Bei der Schnittmethode wird ein Hautstreifen entfernt, etwas Fett und dickes Gewebe wird reduziert, und die Haut wird an der Sehne des Lidhebers festgenäht. Bei der Nahtmethode ziehen feine, dauerhafte Fäden durch das Lid und binden die Haut an dieselbe Schicht, ohne dass Haut entfernt wird.
Wie ein gutes Ergebnis aussieht. Eine Lidfalte, die niedrig liegt und zu Ihrem eigenen Lid passt, je nach Auge meist sechs bis neun Millimeter vom Wimpernrand entfernt. Sie folgt der natürlichen Rundung, läuft zum inneren Augenwinkel hin aus, wo eine Epikanthusfalte vorhanden ist, statt gerade in sie hineinzulaufen, und ist seitengleich. Das Auge wirkt offener und definierter, bleibt aber erkennbar dasselbe Auge.
Wie ein schlechtes Ergebnis aussieht. Eine zu hoch angelegte Falte, die einen starren, überraschten, „westlich“ wirkenden Blick und einen sichtbaren Lidstreifen erzeugt; eine zu tiefe Falte, die eine Mulde bildet; eine Falte, die bei entspanntem Auge nur auf einer Seite verschwindet; eine unnötig entfernte Epikanthusfalte, die den Charakter des Auges dauerhaft verändert; und Asymmetrie, die häufigste Beschwerde, weil beide Augen immer zusammen gesehen werden.
Fragen Sie die Operateurin oder den Operateur, welche Höhe geplant ist, warum, und ob die Epikanthusfalte angetastet wird. Die richtige Antwort auf die letzte Frage lautet für die meisten Patientinnen und Patienten: nein.



